what a difference a day makes… 11.01.2012

Der Tag, an dem wir erfuhren, dass wir wahrscheinlich so einfach keine eigenen Kinder bekommen können… der Tag, an dem ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt…. schließlich der Tag, an dem wir Paulchens Diagnose bekamen… das sind Tage, die das ganze Leben erstmal auf den Kopf stellen.

Aber eins nach dem anderen:
Eigentlich verlief unsere Schwangerschaft bisher ziemlich reibungslos. Es ging uns beiden gut, das Bäuchlein wuchs- wenn auch nicht so viel wie bei anderen werdenden Muttis- und wir freuten uns auf unseren kleinen Mann. In der 28. Woche gab es die erste Aufregung- Paul bewegte sich weniger als zuvor. Das sprachen wir dann auch bei der Frauenärztin an, woraufhin sie uns direkt zur Kontrolle beim Feindiagnostiker schickte. Eigentlich hatten wir uns zu Beginn der Schwangerschaft gegen eine Feindiagnostik entschieden- denn für uns hätte ein auffälliges Ergebnis keine Konsequenz- eine Abtreibung käme nicht in Frage. Da sich hinter Paulchens plötzlicher Faulheit in meinem Bauch aber auch ein Herzfehler verstecken konnte, den man durch rechtzeitiges Wissen und Entbindung in einer Spezialklinik wahrscheinlich behandeln konnte, nahmen wir den Termin wahr. Das Ergebnis war erleichternd- alles in Ordnung, der Kleine war nur etwas leicht aber ansonsten gesund. Auch die Kontrolle zwei Wochen später ergab keine auffälligen Befunde. Beim letzten Ultraschallscreening bei unserer Frauenärztin fiel dann auf, dass unser Baby so leicht und klein war, dass der Geburtstermin sechs Tage nach hinten korrigiert wurde. Von diesem Termin an nahm ich auch nicht mehr zu, mein Bauchumfang wuchs nicht mehr und ich hatte mehr und mehr ein ungutes Gefühl. Als sich dann auch noch eine schwere Anämie bestätigte, die durch Eiseninfusionen behandelt werden musste, bestand ich auf einen weiteren Kontrolltermin beim Feindiagnostiker.
Der besagte 11. Januar also. Wir warteten zwei Stunden im Wartezimmer und eigentlich hatten wir beide nicht mit einem schlechten Ergebnis gerechnet- immerhin war bei den letzten Terminen ja auch alles in Ordnung. Vielleicht wäre Paul so viel zu klein und leicht, dass man ihn früher holen musste, aber das war zu dem Zeitpunkt auch unsere größte Sorge. Leider bestätigte sich unser Gefühl nicht- es wurde schnell klar, dass etwas nicht stimmte. Die Harnleiter und Nierenbecken, die normalerweise kaum zu erkennen sind, waren klar und deutlich zu sehen. Ich wusste gleich, dass das nichts Gutes bedeutet… Am Ende der Untersuchung erklärte uns der Arzt den Befund: Paul war zwar normal “groß”, aber ziemlich leicht (45cm, 1890g), außerdem gab es an der Mündung der beiden Harnleiter in die Blase kleine Klappen, die den Urin am Abfluss hinderten. Das führte zu einem Rückstau in die Nieren, die auf Dauer diesem Druck nicht standhalten können. Er machte für uns sofort einen Termin beim Fetal Board an der Uniklinik aus- das ist eine interdisziplinäre Sprechstunde mit Gynäkologen, Kinderärzten und Kinderchirgen, die dann gemeinsam mit den Eltern das weitere Vorgehen besprechen. Dieser Termin ist am 18.01.2012- dort wird dann entschieden, ob der kleine Mann noch ein bisschen in meinem Bauch bleiben darf oder ob sie ihn früher holen müssen, um eine Schädigung seiner beiden Nieren zu verhindern.

In einem Moment denkt man noch, man bekommt ein gesundes Kind und im nächsten Moment ist alles anders. Da muss man sich damit auseinandersetzen, dass man sein Kind nicht drei Tage nach der Entbindung mit nach Hause nehmen darf, dass man sein Kind vielleicht nicht stillen kann und dass man ganz viel Zeit mit seinem Kind nicht so verbringen darf, wie Eltern gesunder Kinder.

Mittlerweile können wir das akzeptieren und hoffen einfach das Beste für unseren kleinen Paul. Jetzt heißt es zittern bis Mittwoch, bis wir endlich gesagt bekommen, was in der nächsten zeit auf uns zukommt. Morgen gehts erstmal zum normalen Vorsorgetermin bei der Frauenärztin, hoffentlich haben die Eiseninfusionen geholfen und alles weitere ist auch in Ordnung.

Jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in unsere momentane Situation, wir werden hier Paulchens Weg beschreiben, mit ihm hoffen und uns mit ihm freuen- wenn ihr also interessiert seid, wie unser kleiner Mann sich schlägt, kommt gerne wieder!

die hasenfrau

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