Hin und Her

Heute hatte unser kleiner Paul seine Kontroll-Blasenspiegelung. Dabei sah alles gut aus, es musste nicht mehr gelasert werden und seinen dummen Blasenkatheter ist er auch los- pullern klappt trotzdem super 🙂
Wir erleben hier momentan eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle- gestern durften wir zum ersten Mal mit dem Kinderwagen im Klinikum spazieren fahren. Dick eingepackt und mit allen wichtigen Gerätschaften versehen gings dann auch auf Wanderschaft durch die langen Gänge- das war so schön! Endlich mal raus aus diesem Zimmer, runter von der Station, weg von den Geräten und der Piepserei- und zum ersten Mal Kinderwagen schieben 🙂 Wir haben dann auch unsere Freundin die Kinderchirurgin besucht- leider war danach die Laune nicht mehr zu retten…. Nachdem wir sie im Laufe der Woche mehrfach gefragt hatten, ob nach der zweiten Blasenspiegelung denn noch auch Katheter erforderlich ist und sie das immer verneint hat kam sie gestern damit um die Ecke, dass er ja vielleicht doch nochmal einen Blasenkatheter haben muss und der dann auch mehrere Tage liegen muss. Für uns brach eine Welt zusammen- bisher waren wir immer davon ausgegangen, dass wir nach der Kontrolle bei gutem Ausgang bald nach Hause dürfen, da war nie die Rede von mehreren Tagen Blasenkatheter….. Nach diesem Schreck hab ich mich entschlossen, die letzte Abendrunde nicht mehr zu bleiben- ich war so niedergeschlagen und traurig, ich wollte mich nur noch in mein Bett verkriechen. Da unser kleiner Mann dann auch das ganze Wochenende über super alle Mahlzeiten an der Brust getrunken hatte, überließ ich ihn den lieben Schwestern zum füttern und fuhr mit dem hasenmann nach Hause. Dort angekommen verzog ich mich heulend aufs Sofa und ließ mich vom Fernseher berieseln- aber nur ein paar Minuten, denn ich war von der Stillerei und 12 Stunden Krankenhaus so müde, dass mir einfach die Augen zugefallen sind.
Heute morgen war dann auch die erste bange Frage: “Wie geht es Paul-Benett?” Wir mussten bis kurz vor elf warten, dann konnten wir endlich auf der Station anrufen und bekamen die tolle Nachricht dass es unserem Kleinen gut geht, er alles super überstanden hat und auch keinen Blasenkatheter gebraucht hat- wir waren so erleichtert! Das hieß, dass wir hoffentlich bald nach Hause durften! Wir nutzten den seeligen Nach-Narkoseschlaf unseres Sohnes und eledigten organisatorische Dinge wie Krankenversicherung und Amtsgänge. Mittags waren wir dann wieder bei unserem Schatz- der war inzwischen wach und hatte auch gleich seine erste Mahlzeit komplett verputzt- ich konnte mein Grinsen garnicht aus dem Gesicht bekommen, so glücklich war ich! Unsere Tage hier waren gezählt! Der Kleine machte sich super und ich schmiedete Entlassungspläne. Bis der Oberarzt der Kinderchirurgie kam- der eröffnete uns dann nämlich, dass sie gern noch eine Kontrastuntersuchung machen wollen, bei der geschaut wird, ob ein Rückfluss aus der Blase in die Harnleiter besteht. Aus meiner Zeit in der Kinderchirurgie weiß ich, dass Termine für eine solche Untersuchung schwer zu kriegen sind und der Kinderchirurg wollte, dass Paulchen solange unter Antibiotikaschutz in der Klinik bleibt. Weg war die gute Laune mal wieder…. Ich sehe ja ein, dass wir eine solche Untersuchung brauchen, aber muss man dem kleinen Mann denn innerhalb kürzester Zeit drei Vollnarkosen zumuten, wenn das Ergebnis dieser Kontrastmitteluntersuchung wahrscheinlich zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich so wenig aussagekräftig ist, dass wir sie in drei bis vier Wochen eh nochmal wiederholen müssen? Ich finde nicht. Außerdem hab ich jetzt auch einfach die Nase voll von der Klinik, von dieser Station, dem Gepiepse, dem 12 Stunden hier sitzen und außer Stillen nichts machen können. Antibiotika kann ich ihm auch zu Hause geben und zu Ultraschallkontrollen fahr ich jeden Tag gern in die Klinik- aber deshalb noch ewig hier zu bleiben, seh ich nicht so ganz ein. Glücklicherweise war der Neonatologe auch meiner Meinung- er will die Untersuchung auch erst in ein paar Wochen, da sich das Gewebe erstmal von dem hohen Druck, der die ganze Zeit geherrscht hat erholen muss. Außerdem ändere sich in den ersten Wochen noch so viel, dass man eine definitive Aussage erst bekommen kann, wenn der Kleine ca. 6 Wochen alt ist. Er möchte ab morgen nochmal Ultraschallkontrollen machen und wenn die sich nicht verschlechtern, dürfen wir so schnell wie möglich nach Hause- mit Antibiotika zum Schlucken 🙂 Ende gut, alles gut- hoffentlich können wir uns jetzt auf diese Aussage verlassen…

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Categories: Paulchen in der großen Welt | Tags: , , , , , , , , , , , | Leave a comment

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