Posts Tagged With: Fetal Board

Sicher ist sicher

Nach meinem Kontrolltermin in der Klinik vorhin steht nun fest: wir haben morgen um neun Uhr einen Termin zur Einleitung. Aber eins nach dem anderen. Erstmal musste ich fast drei Stunden warten, dann war meine Akte verschwunden und zu guter Letzt konnten sich die diensthabenden Ärzte nicht auf die Verteilung der Patienten einigen. Als dann endlich alles geklärt war, empfing mich eine sehr nette Ärztin, die ich noch aus dem Blockpraktikum kannte. Wir unterhielten uns kurz, sie konnte sich auch an die Fetalkonferenz erinnern und da das CTG gut aussah, wollte sie nur nochmal kurz die Fruchtwassermenge kontrollieren. Die war weiter gesunken. Daraufhin packte sie die Neugier und sie schallte unseren kleinen Mann nochmal von Kopf bis Fuß. Am Ende der Untersuchung kam sie zu dem Schluss, dass es sicherer wäre, die Geburt schon morgen einzuleiten, denn es gibt eben einige Befunde, die nicht so gut sind- allerdings handelt es sich auch nicht um einen bedrohlichen Zustand für den Kleinen. In der Gesamtheit der Befunde möchte sie aber lieber auf Nummer sicher gehen- daher schon der morgige Termin. Ich kann damit leben. So ganz begriffen hab ichs aber wohl noch nicht…. jedenfalls mach ich heut Abend nochmal leckeres Abendessen für den hasenmann und mich und wir werden zumindest die erste Halbzeit Superbowl gucken- schlafen kann ich bestimmt eh nicht gut….

die hasenfrau

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Der große Tag

Heute ist also der große Tag: gleich haben wir den Termin beim Chefarzt der Kinderchirurgie. Vorhin waren wir schon bei der Frauenärztin, dort war soweit alles in Ordnung. Ich hab mir dann auch mal den Befund von der Fetalkonferenz zeigen lassen- daraus kann man auch nicht mehr lesen, als dass sie den kleinen Mann wegen der Nierenproblematik nicht früher holen wollen. Aber kein Wort über mögliche Therapie oder Differentialdiagnosen…. Naja, hoffentlich kann der Kinderchirurg nachher ein bisschen mehr Licht ins Dunkel bringen- wobei wir unsere Hoffnungen diesbezüglich schon ziemlich zurück geschraubt haben. Ein paar Fragen haben wir uns auch überlegt und wenn wir die loswerden können und vielleicht auch noch Antworten darauf bekommen, hat sich der Termin ja schon gelohnt. Ich meld mich nochmal, wenn wir wieder zu Hause sind und hoffentlich ein bisschen mehr wissen.

P.S.: Laut Fetalkonferenz ist Paule jetzt auf 2024g geschätzt- juhu, wir haben die 2000er Marke geknackt!!!!!

die hasenfrau

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we are family

So kleiner Paul, jetzt kannst du kommen 🙂
Am Freitag war also unser großer Tag und es war wunderschön. Der kleine Mann hat auch seinen Senf dazu gegeben und kräftig Beifall gestrampelt nachdem wir die Ringe getauscht hatten. Trotz der Sorgen um ihn hatten wir einen tollen Tag mit unserer Familie und unseren Freunden und ganz vielen kleinen Überraschungen. Jetzt sind wir also unsere eigene kleine Familie und ich kann endlich das Stammbuch der Familie in meine Kliniktasche packen 🙂

Ein kleines Update zu Paule:
Wir treffen uns am Dienstag Nachmittag mit dem Chefarzt der Kinderchirurgie. Am Tag der Fetalkonferenz war er auf Geschäftsreise und wieder in der Klinik angekommen, konnte er überhaupt nicht verstehen, warum kein Kinderchirurg  dort anwesend war und warum man uns so zwischen Tür und Angel abgespeist hatte. Jedenfalls konnte er sich noch sehr gut an mich erinnern und hat versprochen, sich nochmals mit den Gynäkologen und Neonatologen zu unterhalten und bot uns dann einen Termin zu einem persönlichen Gespräch mit ihm an. Er sei dann auch für alles Weitere unser Ansprechpartner. Da fiel uns schon ein riesiger Stein vom Herzen, wenigstens wissen wir dann, an wen wir uns bei Fragen und Problemen wenden können und vielleicht erfahren wir dann ja auch endlich, was nach der Geburt so auf uns zukommt.
Vormittags hab ich noch nen normalen Vorsorgetermin bei meiner Gynäkologin, sie hat schon einen abschließenden Befund von der Klinik geschickt bekommen- da werd ich dann mal einen Blick drauf werfen. Hoffen wir also auf ein bisschen mehr Klarheit ab Dienstag.

P.S.: Werft mal nen Blick auf die Blogroll, wir begrüßen neonatalie ganz herzlich als ersten Link!

die hasenfrau

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Fetalkonferenz

Gestern waren wir also in der Klinik zu besagter Fetalkonferenz. Man stelle sich folgendes Szenario vor:

Man kommt in einen dunklen Raum, dort stehen zwei Stühle und fünf Oberärzte und Professoren. Die stellen sich kurz vor, dann setzt man sich auf die Stühle und der Kreis der weißen Herren und Damen bleibt stehen, schnappt sich ein Klemmbrett mit dem Befund und steckt flüsternd die Köpfe darüber zusammen. Dann wird man nochmals zum Ultraschall gebeten, damit man sich ein aktuelles Bild von der Situation machen kann- bis dahin denkt man als Eltern ja noch, dass später noch einer der Ärzte die Befunde erklärt. Also wird wieder geschallt. Der Bildschirm ist so weggedreht, dass weder Mama noch Papa irgendetwas sehen können, die Ärzte flüstern wieder miteinander und dann endlich der erste, wirklich an uns gerichtete Satz: “Ja, das ist ne Harnstauung in beiden Nierenbecken und Harnleitern. Wir machen da jetzt erstmal nix. Das können Klappen sein, das kann auch ein Rückfluss sein oder auch was ganz anderes- das sieht man dann aber erst nach der Geburt. Sie sollten bei uns im Zentrum entbinden, damit man sich das zeitnah anschauen kann.” Noch kurz den Schallkopf auf den Rest des Kindes gehalten, da er ja auch ein sehr niedriges Gewicht hat, dazu gabs aber weiter keine Information. Wir wurden zur Kontrolle wieder zum Pränataldiagnostiker geschickt und nach insgesamt zehn Minuten waren wir draußen. Komplett vor den Kopf gestoßen, weil wir jetzt ja auch nicht schlauer sind als zuvor.

Die ganze Situation dort war von Anfang bis zum Ende so schrecklich- ich bete, dass ich später nicht auch so werde und meine Patienten komplett aus den Augen verliere. Mit uns hat niemand wirklich gesprochen, geschweige denn uns erklärt, was denn bei den möglichen Diagnosen so nach der Geburt auf uns zukommt. Und dann noch dieser kryptische Satz: “Das kann auch was ganz anderes sein, das sieht man aber erst nach der Geburt”. Ich meine, dass will doch keine werdende Mutti in der 35. Woche hören…. Außerdem war kein Kinderchirurg anwesend, obwohl das eigentlich bei solchen Konferenzen normal ist- und unser Sohn hat nunmal ein kinderchirurgisches Problem. Kurzum: wir wurden da durchgeschleust, verabschiedet und alles was blieb ist das dumme Gefühl, dass die Herrschaften in Weiß mehr wissen, als sie uns gesagt haben- ist ja auch kein Wunder, bei den drei Sätzen, die man mit uns gesprochen hat. Leider war auch die Atmosphäre so bedrückend und einschüchternd, dass man sich nicht getraut hat, zwischendurch irgendeine Frage zu stellen oder genauere Erklärungen zu verlangen- alles in allem war es eine der schlimmsten Situationen, die ich bisher in einer Klinik erlebt habe und wir hatten den ganzen restlichen Tag ziemlich daran zu knabbern- denn anstatt uns ein bisschen mehr Sicherheit zu geben und Bedenken zu nehmen, sind wir jetzt noch verunsicherter und wissen überhaupt nicht, was denn jetzt genau mit unserem Sohnemann los ist.

Glücklicherweise kenne ich die Kinderchirurgen durch Famulaturen sehr gut und es scheint so, als würden sie sich jetzt dem Problem annehmen, ich soll morgen einen Termin zum Gespräch vereinbaren. Aber trotzdem bleibt dieses Gefühl, einfach nicht gut aufgehoben zu sein- was machen dann erst Eltern, denen der ganze Klinikzirkus fremd ist? Oder hören die einfach nur nicht das Gras wachsen, so wie ich?

die hasenfrau

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what a difference a day makes… 11.01.2012

Der Tag, an dem wir erfuhren, dass wir wahrscheinlich so einfach keine eigenen Kinder bekommen können… der Tag, an dem ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt…. schließlich der Tag, an dem wir Paulchens Diagnose bekamen… das sind Tage, die das ganze Leben erstmal auf den Kopf stellen.

Aber eins nach dem anderen:
Eigentlich verlief unsere Schwangerschaft bisher ziemlich reibungslos. Es ging uns beiden gut, das Bäuchlein wuchs- wenn auch nicht so viel wie bei anderen werdenden Muttis- und wir freuten uns auf unseren kleinen Mann. In der 28. Woche gab es die erste Aufregung- Paul bewegte sich weniger als zuvor. Das sprachen wir dann auch bei der Frauenärztin an, woraufhin sie uns direkt zur Kontrolle beim Feindiagnostiker schickte. Eigentlich hatten wir uns zu Beginn der Schwangerschaft gegen eine Feindiagnostik entschieden- denn für uns hätte ein auffälliges Ergebnis keine Konsequenz- eine Abtreibung käme nicht in Frage. Da sich hinter Paulchens plötzlicher Faulheit in meinem Bauch aber auch ein Herzfehler verstecken konnte, den man durch rechtzeitiges Wissen und Entbindung in einer Spezialklinik wahrscheinlich behandeln konnte, nahmen wir den Termin wahr. Das Ergebnis war erleichternd- alles in Ordnung, der Kleine war nur etwas leicht aber ansonsten gesund. Auch die Kontrolle zwei Wochen später ergab keine auffälligen Befunde. Beim letzten Ultraschallscreening bei unserer Frauenärztin fiel dann auf, dass unser Baby so leicht und klein war, dass der Geburtstermin sechs Tage nach hinten korrigiert wurde. Von diesem Termin an nahm ich auch nicht mehr zu, mein Bauchumfang wuchs nicht mehr und ich hatte mehr und mehr ein ungutes Gefühl. Als sich dann auch noch eine schwere Anämie bestätigte, die durch Eiseninfusionen behandelt werden musste, bestand ich auf einen weiteren Kontrolltermin beim Feindiagnostiker.
Der besagte 11. Januar also. Wir warteten zwei Stunden im Wartezimmer und eigentlich hatten wir beide nicht mit einem schlechten Ergebnis gerechnet- immerhin war bei den letzten Terminen ja auch alles in Ordnung. Vielleicht wäre Paul so viel zu klein und leicht, dass man ihn früher holen musste, aber das war zu dem Zeitpunkt auch unsere größte Sorge. Leider bestätigte sich unser Gefühl nicht- es wurde schnell klar, dass etwas nicht stimmte. Die Harnleiter und Nierenbecken, die normalerweise kaum zu erkennen sind, waren klar und deutlich zu sehen. Ich wusste gleich, dass das nichts Gutes bedeutet… Am Ende der Untersuchung erklärte uns der Arzt den Befund: Paul war zwar normal “groß”, aber ziemlich leicht (45cm, 1890g), außerdem gab es an der Mündung der beiden Harnleiter in die Blase kleine Klappen, die den Urin am Abfluss hinderten. Das führte zu einem Rückstau in die Nieren, die auf Dauer diesem Druck nicht standhalten können. Er machte für uns sofort einen Termin beim Fetal Board an der Uniklinik aus- das ist eine interdisziplinäre Sprechstunde mit Gynäkologen, Kinderärzten und Kinderchirgen, die dann gemeinsam mit den Eltern das weitere Vorgehen besprechen. Dieser Termin ist am 18.01.2012- dort wird dann entschieden, ob der kleine Mann noch ein bisschen in meinem Bauch bleiben darf oder ob sie ihn früher holen müssen, um eine Schädigung seiner beiden Nieren zu verhindern.

In einem Moment denkt man noch, man bekommt ein gesundes Kind und im nächsten Moment ist alles anders. Da muss man sich damit auseinandersetzen, dass man sein Kind nicht drei Tage nach der Entbindung mit nach Hause nehmen darf, dass man sein Kind vielleicht nicht stillen kann und dass man ganz viel Zeit mit seinem Kind nicht so verbringen darf, wie Eltern gesunder Kinder.

Mittlerweile können wir das akzeptieren und hoffen einfach das Beste für unseren kleinen Paul. Jetzt heißt es zittern bis Mittwoch, bis wir endlich gesagt bekommen, was in der nächsten zeit auf uns zukommt. Morgen gehts erstmal zum normalen Vorsorgetermin bei der Frauenärztin, hoffentlich haben die Eiseninfusionen geholfen und alles weitere ist auch in Ordnung.

Jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in unsere momentane Situation, wir werden hier Paulchens Weg beschreiben, mit ihm hoffen und uns mit ihm freuen- wenn ihr also interessiert seid, wie unser kleiner Mann sich schlägt, kommt gerne wieder!

die hasenfrau

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