Posts Tagged With: Gynäkologen

Unbeschreiblich

Erstmal vielen lieben Dank euch da draußen für eure lieben Glückwünsche und gedrückten Daumen! Wir haben uns sehr über jeden neuen Besucher und Kommentar hier gefreut.

Jetzt hat sich alles ein bisschen eingespielt und ich hab auch wieder Zeit, euch auf dem Laufenden zu halten. Die harten Fakten zu Paul kennt ihr ja jetzt schon- aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie süß er ist! Er ist zwar klein und zart, aber es sieht alles so perfekt aus- es passt einfach alles zusammen!

Aber eins nach dem anderen: eigentlich sollte ich am Donnerstag ja schon wieder entlassen werden, weil meine beiden Einleitungen am Montag und Mittwoch keinerlei Wirkung gezeigt hatten. Mental war ich schon in meinem Wohnzimmer, mit dem Hund auf dem Sofa kuschelnd. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag überlegte es sich der junge Mann dann aber doch anders und es ging langsam los. Nach sechs Stunden Wehen ohne viel Wirkung bekam ich dann einen Wehentropf- der hatte auch sofort durchschlagenden Erfolg. Ich war schon von den beiden Einleitungen davor so erschöpft, dann noch die sechs Stunden Wehen und der Wehentropf- irgendwann hab ich dann nur noch um eine PDA (Schmerzmittel, die mit einem Katheter direkt in Rückenmarksnähe gespritzt werden) gebettelt. Die hab ich dann auch bekommen und 2,5 Stunden später hatte ich unseren kleinen Paul im Arm. Er war ziemlich blass und das Atmen ging auch noch nicht so richtig gut- aber immerhin durften wir erstmal noch ne Stunde kuscheln, bevor die Kinderärzte und Kinderchirurgen vorbei kamen und den ersten Ultraschall seiner Nieren machten. Der Kinderchirurg gab erstmal Entwarnung- es hat sich nicht wirklich verschlechtert und sei noch nicht im kritischen Bereich, weswegen die Blasenspiegelung auf Dienstag angesetzt wurde. Trotzdem nahmen die Neonatologen ihn mit auf ihre Station. Und so war die erste Stunde mit unserem Kind auch schon vorbei. Die Zeit danach fand ich garnicht so schlimm, ich wurde auf die Wöchnerinnenstation gebracht, war alleine in meinem Zimmer und durfte erstmal entspannen. Dank der geballten Ladung Glückshormone konnte ich auch tatsächlich ein Stündchen entspannen und einschlafen, der hasenmann fuhr auch kurz nach Hause und als er dann abends wieder kam, stand der erste Besuch bei unserem Sohnemann auf der Neonatologie an. Zwischenzeitlich hatte ich den bericht bekommen, dass er bei Ankunft auf der Station erstmal ordentlich gepullert hatte, also waren wir fürs Erste beruhigt. In seinem Zimmerchen angekommen, hörte ich aber schon das vertraute Blubbern eines CPAPs- er hatte also zur Unterstützung seiner eigenen Atmung eine Atemhilfe bekommen, die seine Lungenbläschen offen hält und ihm das Atmen erleichtert. Zusätzlich gabs auch noch gleich ne Magensonde und ein Wärmebett. Als ich ihn so da liegen sah, musste ich fast heulen- natürlich weiß ich, dass weder die Atemunterstützung, noch die Sonde oder das Wärmebett wirklich Anlass zur Sorge geben- aber er hatte einfach keinen so schwachen Eindruck auf mich gemacht…… Wir blieben dann auch nur kurz, brachten ihm seinen Schutzengel und sein Schmusetuch und sagten Gute Nacht. Die Stimmung nach diesem Besuch war sehr komisch, der hasenmann war sehr geschockt, seinen kleinen Mann mit so vielen Schläuchen zu sehen und ich konnte ihn in dem Moment auch nicht wirklich trösten, ich hatte genug mit mir selbst zu tun.
Wieder auf meiner Station angekommen, gings ans Abpumpen, was auch gleich super geklappt hat. Danach hab ich den hasenmann endgültig nach Hause geschickt und bin selbst nur noch total erschöpft ins Bett gefallen.

10.02.2012

Als wir Paulchen an diesem Morgen besuchten, sahen wir ein ganz anderes Kind als noch am Abend zuvor. Auf Atemunterstützung hatte er keine Lust mehr, die hatte er sich im Laufe der Nacht immer wieder abgebaut und auch die Magensonde war nicht sein Geschmack- die wurde durchgekaut. Also lag er total friedlich in seinem Wärmebettchen, mit Schutzengel und Schmusetuch ausgerüstet und war nur noch am Monitor und zwei Infusiomaten angeschlossen. So sah er gleich viel weniger schwach und erschreckend aus. Wir durften dann auch gleich einen Stillversuch machen, der auch ziemlich gut geklappt hat- der Rest wurde in einem großen Schluck aus der Flasche genommen 🙂  Ich durfte gleich die komplette Pflegerunde bei ihm machen und von da an kam ich alle drei Stunden zum wickeln und stillen. Am Nachmittag kamen die Großeltern mit den Urgroßeltern von Paul zu Besuch, um den kleinen Mann zu begutachten. Sie waren alle total entzückt und gleichzeitig erstaunt, wie klein er doch wirklich ist. Abends kamen noch zwei meiner Kommilitonen vorbei, die bekamen Paul aber nur auf Fotos zu sehen. Insgesamt war es ein sehr schöner Tag mit ganz vielen normalen Abläufen, wie stillen und wickeln- das hat uns wirklich viel geholfen.

11.02.2012

Heute stillen wir schon 20 Gramm pro Mahlzeit und der kleine Mann macht es einfach super. Er ist zwar etwas schläfrig, aber das steht ihm bei der Stillerei ja auch zu. Jetzt hoffen wir, dass er nicht noch eine Neugeborenengelbsucht bekommt und unter die Fotolampe muss, denn grade klappt es so gut mit dem Stillen. Atemunterstützung wurde heute auch offiziell abgebaut, eine Infusion ist auch schon raus und pullern tut er noch immer. Jetzt hoffen wir natürlich, dass das bis Dienstag alles so super bleibt und die bei der Blasenspiegelung auch wirklich Klappen finden und sie weglasern- dann dürften wir nämlich auch schon ziemlich bald nach Hause 🙂

So, ganz schön viel geworden- aber jetzt seid ihr auf dem neuesten Stand. ich geh jetzt mal wieder Paulchen füttern, einen schönen Abend wünscht euch

eine glückliche hasenfamilie

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Sicher ist sicher

Nach meinem Kontrolltermin in der Klinik vorhin steht nun fest: wir haben morgen um neun Uhr einen Termin zur Einleitung. Aber eins nach dem anderen. Erstmal musste ich fast drei Stunden warten, dann war meine Akte verschwunden und zu guter Letzt konnten sich die diensthabenden Ärzte nicht auf die Verteilung der Patienten einigen. Als dann endlich alles geklärt war, empfing mich eine sehr nette Ärztin, die ich noch aus dem Blockpraktikum kannte. Wir unterhielten uns kurz, sie konnte sich auch an die Fetalkonferenz erinnern und da das CTG gut aussah, wollte sie nur nochmal kurz die Fruchtwassermenge kontrollieren. Die war weiter gesunken. Daraufhin packte sie die Neugier und sie schallte unseren kleinen Mann nochmal von Kopf bis Fuß. Am Ende der Untersuchung kam sie zu dem Schluss, dass es sicherer wäre, die Geburt schon morgen einzuleiten, denn es gibt eben einige Befunde, die nicht so gut sind- allerdings handelt es sich auch nicht um einen bedrohlichen Zustand für den Kleinen. In der Gesamtheit der Befunde möchte sie aber lieber auf Nummer sicher gehen- daher schon der morgige Termin. Ich kann damit leben. So ganz begriffen hab ichs aber wohl noch nicht…. jedenfalls mach ich heut Abend nochmal leckeres Abendessen für den hasenmann und mich und wir werden zumindest die erste Halbzeit Superbowl gucken- schlafen kann ich bestimmt eh nicht gut….

die hasenfrau

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Noch zehn Tage

Endlich haben wir einen definitiven Termin, bzw. eine klare Aussage.
Nach dem Termin bei der Frauenärztin heute morgen schickte sie uns in die Klinik um ein Gespräch zwecks Einleitung der Geburt zu führen.Nach CTG und Gespräch mit dem diensthabenden Gynäkologen wissen wir jetzt, dass Pauls Geburt am 13.02. eingeleitet wird. Bis dahin soll ich alle drei Tage zur CTG- und Dopplerkontrolle- wenn sich an seinen Werten bei diesen Kontrollen nichts verschlechtert, dann bleibt es beim 13.02., und falls es doch noch vorher Probleme geben sollte, bin ich ja jetzt in engmaschiger Kontrolle. Die Fruchtwassermenge war heute auch grenzwertig, weniger sollte es nicht werden- aber Paulchen ist weiterhin auf 2400g geschätzt- ein Riese wird es also nicht werden, aber immerhin nicht mehr ganz so klein und leicht wie in den letzten Wochen 🙂

Ach, wir sind wirklich froh, dass wir eine klare Ansage haben und wissen, worauf wir uns einstellen können- jetzt haben wir also noch zehn babyfreie Tage, in denen wir noch die letzten wichtigen Dinge erledigen können- beispielsweise unser Auto aus der Werkstatt abholen, die Basis für die Babyschale im Auto kaufen und die Institute informieren, zu deren Klausuren ich nicht mehr kommen kann. Glücklicherweise sind das nur zwei, die restlichen Scheine schaffe ich hoffentlich noch vor der Geburt 🙂

Endlich mal eine befriedigende Auskunft und noch dazu der erste Schnee in diesem Jahr- was will man mehr?

die hasenfrau

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und täglich grüßt das Murmeltier

Morgen ist mal wieder einer der inzwischen zahlreich gewordenen “großen Tage”.
Die Hoffnung, an solchen Tagen wirkliche Entscheidungen mitgeteilt zu bekommen, schwindet immer weiter und eigentlich stellen wir uns vor jedem neuen Termin auf eine weitere Enttäuschung ein- wahrscheinlich wird man uns wieder sagen, was alles nicht in Ordnung ist, aber handeln wird man nicht. Also werden wir sicher auf den nächsten Kontrolltermin vertröstet. Welche Belastung das für uns darstellt scheint erstmal nicht zu zählen. Ich bin momentan einfach nur gefrustet und fühle mich unverstanden. der hasenmann versucht schon alles, um mir die Situation erträglicher zu machen und macht mir süße kleine Geschenke- aber auch seine Nerven haben schon ziemlich gelitten in den letzten Wochen. Zwischendurch keimt doch auch immer wieder ein bisschen Hoffnung auf- dass vielleicht meine Gynäkologin oder die Ärzte in der Klinik endlich unserer Meinung sind und den kleinen Mann nächste Woche holen- wie es der Pränataldiagnostiker empfohlen hat. Leider wurde diese Hoffnung von meiner Hebamme gleich wieder zerstört- die Klinik sei gerade ziemlich voll und eigentlich werden nur noch absolute Notfälle aufgenommen. Ich bin gerade sehr verwirrt und kann mich auch einfach auf nichts anderes mehr konzentrieren als auf unseren Paul. Die Uni leidet darunter- eigentlich sollte ich am Freitag eine Klausur schreiben, aber ich weiß noch nicht, ob ich mich bis dahin überhaupt aufraffen kann, etwas zu lernen…. man will eigentlich nur die Tage überstehen, bis man endlich Gewissheit hat. Gewissheit, was als nächstes passieren soll, Gewissheit, was mit Pauls Nieren ist, Gewissheit, wie man ihm helfen kann.
Wir sind erschöpft.

die hasenfrau

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Und wenn man schon kein Glück hat….

…. kommt manchmal auch noch Pech dazu.

Wir waren gestern Abend beim Feindiagnostiker, eigentlich ja nur zur Kontrolle. Eigentlich hatten wir ja auch ein gutes Gefühl, weil der Kleine merklich gewachsen ist und es uns auch ansonsten gut ging. Also gings wieder auf die altbekannte Liege, dieses Mal ohne lange Wartezeit. Der Nierenbefund hat sich auf beiden Seiten verschlechtert, auf einer deutlicher als auf der anderen- aber leider sind sowohl die Nierenbecken als auch die Harnleiter mehr gestaut als beim letzten Mal. Die Harnblase ist gefüllt, was bedeutet, dass Paulchens Nieren noch arbeiten- das ist schonmal ein gutes Zeichen. Fruchtwasser ist auch noch genügend vorhanden was bedeutet, dass er zumindest ein bisschen pullern kann, denn ansonsten würde er das ganze Fruchtwasser einfach nur trinken und nicht mehr auspullern können und dann wäre irgendwann keins mehr da und der kleine Mann würde auf dem Trockenen liegen. Gewachsen ist er wirklich, geschätzt momentan auf knapp über 2500g und der Bauchumfang liegt jetzt endlich im Normalbereich- ein süßes 3D-Bild von seinem Gesichtchen haben wir auch bekommen. Soviel von Paule- keine besonders guten Nachrichten, aber auch nicht besorgniserregend schlecht.
Dummerweise gehören zu so einer Schwangerschaft ja immernoch zwei. Bei der weiteren Untersuchung stellte sich heraus, dass sich das Venennetz um meine Gebärmutter ziemlich stark ausgebildet und ähnlich wie bei Krampfadern erweitert hat- das ist wichtig, falls es doch noch zu einem Kaiserschnitt kommen sollte, denn dann ist besondere Vorsicht geboten, um diese Gefäße nicht zu verletzen und keinen zu großen Blutverlust zu riskieren. Ob deswegen ein Kaiserschnitt nur in Vollnarkose möglich ist, konnte uns der Feindiagnostiker leider nicht sagen. Zu allem Übel ist auch die Durchblutung meine Gebärmutter nicht mehr ausreichend- zwar noch nicht besorgniserregend, aber doch soweit eingeschränkt, dass der Feindiagnostiker eine Entbindung kurz nach der vollendeten 37. Woche empfiehlt. das wäre also morgen in einer Woche. Wir sollen jetzt erstmal in unsere “Flitterwochen” fahren, am Freitag haben wir dann einen weiteren Termin bei meiner Frauenärztin. Dort wird dann auch das weitere Vorgehen geklärt. Ich persönlich wäre sehr dafür, den Kleinen in der nächsten Woche zu holen, denn dann ist die 37. Woche vollendet, er ist mit 2500g nicht mehr besorgniserrregend leicht und ich kann einfach nicht mehr von Arzttermin zu Arzttermin bangen, nur um jedes Mal eine weitere Diagnose zubekommen- jetzt sind schon eine Handvoll Sachen nicht in Ordnung und ich soll trotzdem einfach abwarten? Das halte ich wirklich nicht mehr aus. Aber vielleicht folgt das Krankenhaus ja auch der Empfehlung des Feindiagnostikers und versteht meine Sorgen und Ängste und leitet die Geburt ein.

Jetzt packen wir mal unseren kleinen Koffer und hoffen auf drei erholsame Tage ohne größere Probleme- und dann werden wir weiter sehen.

die hasenfrau

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Der große Tag

Heute ist also der große Tag: gleich haben wir den Termin beim Chefarzt der Kinderchirurgie. Vorhin waren wir schon bei der Frauenärztin, dort war soweit alles in Ordnung. Ich hab mir dann auch mal den Befund von der Fetalkonferenz zeigen lassen- daraus kann man auch nicht mehr lesen, als dass sie den kleinen Mann wegen der Nierenproblematik nicht früher holen wollen. Aber kein Wort über mögliche Therapie oder Differentialdiagnosen…. Naja, hoffentlich kann der Kinderchirurg nachher ein bisschen mehr Licht ins Dunkel bringen- wobei wir unsere Hoffnungen diesbezüglich schon ziemlich zurück geschraubt haben. Ein paar Fragen haben wir uns auch überlegt und wenn wir die loswerden können und vielleicht auch noch Antworten darauf bekommen, hat sich der Termin ja schon gelohnt. Ich meld mich nochmal, wenn wir wieder zu Hause sind und hoffentlich ein bisschen mehr wissen.

P.S.: Laut Fetalkonferenz ist Paule jetzt auf 2024g geschätzt- juhu, wir haben die 2000er Marke geknackt!!!!!

die hasenfrau

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we are family

So kleiner Paul, jetzt kannst du kommen 🙂
Am Freitag war also unser großer Tag und es war wunderschön. Der kleine Mann hat auch seinen Senf dazu gegeben und kräftig Beifall gestrampelt nachdem wir die Ringe getauscht hatten. Trotz der Sorgen um ihn hatten wir einen tollen Tag mit unserer Familie und unseren Freunden und ganz vielen kleinen Überraschungen. Jetzt sind wir also unsere eigene kleine Familie und ich kann endlich das Stammbuch der Familie in meine Kliniktasche packen 🙂

Ein kleines Update zu Paule:
Wir treffen uns am Dienstag Nachmittag mit dem Chefarzt der Kinderchirurgie. Am Tag der Fetalkonferenz war er auf Geschäftsreise und wieder in der Klinik angekommen, konnte er überhaupt nicht verstehen, warum kein Kinderchirurg  dort anwesend war und warum man uns so zwischen Tür und Angel abgespeist hatte. Jedenfalls konnte er sich noch sehr gut an mich erinnern und hat versprochen, sich nochmals mit den Gynäkologen und Neonatologen zu unterhalten und bot uns dann einen Termin zu einem persönlichen Gespräch mit ihm an. Er sei dann auch für alles Weitere unser Ansprechpartner. Da fiel uns schon ein riesiger Stein vom Herzen, wenigstens wissen wir dann, an wen wir uns bei Fragen und Problemen wenden können und vielleicht erfahren wir dann ja auch endlich, was nach der Geburt so auf uns zukommt.
Vormittags hab ich noch nen normalen Vorsorgetermin bei meiner Gynäkologin, sie hat schon einen abschließenden Befund von der Klinik geschickt bekommen- da werd ich dann mal einen Blick drauf werfen. Hoffen wir also auf ein bisschen mehr Klarheit ab Dienstag.

P.S.: Werft mal nen Blick auf die Blogroll, wir begrüßen neonatalie ganz herzlich als ersten Link!

die hasenfrau

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Fetalkonferenz

Gestern waren wir also in der Klinik zu besagter Fetalkonferenz. Man stelle sich folgendes Szenario vor:

Man kommt in einen dunklen Raum, dort stehen zwei Stühle und fünf Oberärzte und Professoren. Die stellen sich kurz vor, dann setzt man sich auf die Stühle und der Kreis der weißen Herren und Damen bleibt stehen, schnappt sich ein Klemmbrett mit dem Befund und steckt flüsternd die Köpfe darüber zusammen. Dann wird man nochmals zum Ultraschall gebeten, damit man sich ein aktuelles Bild von der Situation machen kann- bis dahin denkt man als Eltern ja noch, dass später noch einer der Ärzte die Befunde erklärt. Also wird wieder geschallt. Der Bildschirm ist so weggedreht, dass weder Mama noch Papa irgendetwas sehen können, die Ärzte flüstern wieder miteinander und dann endlich der erste, wirklich an uns gerichtete Satz: “Ja, das ist ne Harnstauung in beiden Nierenbecken und Harnleitern. Wir machen da jetzt erstmal nix. Das können Klappen sein, das kann auch ein Rückfluss sein oder auch was ganz anderes- das sieht man dann aber erst nach der Geburt. Sie sollten bei uns im Zentrum entbinden, damit man sich das zeitnah anschauen kann.” Noch kurz den Schallkopf auf den Rest des Kindes gehalten, da er ja auch ein sehr niedriges Gewicht hat, dazu gabs aber weiter keine Information. Wir wurden zur Kontrolle wieder zum Pränataldiagnostiker geschickt und nach insgesamt zehn Minuten waren wir draußen. Komplett vor den Kopf gestoßen, weil wir jetzt ja auch nicht schlauer sind als zuvor.

Die ganze Situation dort war von Anfang bis zum Ende so schrecklich- ich bete, dass ich später nicht auch so werde und meine Patienten komplett aus den Augen verliere. Mit uns hat niemand wirklich gesprochen, geschweige denn uns erklärt, was denn bei den möglichen Diagnosen so nach der Geburt auf uns zukommt. Und dann noch dieser kryptische Satz: “Das kann auch was ganz anderes sein, das sieht man aber erst nach der Geburt”. Ich meine, dass will doch keine werdende Mutti in der 35. Woche hören…. Außerdem war kein Kinderchirurg anwesend, obwohl das eigentlich bei solchen Konferenzen normal ist- und unser Sohn hat nunmal ein kinderchirurgisches Problem. Kurzum: wir wurden da durchgeschleust, verabschiedet und alles was blieb ist das dumme Gefühl, dass die Herrschaften in Weiß mehr wissen, als sie uns gesagt haben- ist ja auch kein Wunder, bei den drei Sätzen, die man mit uns gesprochen hat. Leider war auch die Atmosphäre so bedrückend und einschüchternd, dass man sich nicht getraut hat, zwischendurch irgendeine Frage zu stellen oder genauere Erklärungen zu verlangen- alles in allem war es eine der schlimmsten Situationen, die ich bisher in einer Klinik erlebt habe und wir hatten den ganzen restlichen Tag ziemlich daran zu knabbern- denn anstatt uns ein bisschen mehr Sicherheit zu geben und Bedenken zu nehmen, sind wir jetzt noch verunsicherter und wissen überhaupt nicht, was denn jetzt genau mit unserem Sohnemann los ist.

Glücklicherweise kenne ich die Kinderchirurgen durch Famulaturen sehr gut und es scheint so, als würden sie sich jetzt dem Problem annehmen, ich soll morgen einen Termin zum Gespräch vereinbaren. Aber trotzdem bleibt dieses Gefühl, einfach nicht gut aufgehoben zu sein- was machen dann erst Eltern, denen der ganze Klinikzirkus fremd ist? Oder hören die einfach nur nicht das Gras wachsen, so wie ich?

die hasenfrau

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Ein kleiner Schutzengel für Paul

Das kam heute mit der Post:

“Er ist an deiner Seite, du kannst ihn nicht sehen.
Er hört dir zu und kann dich verstehen.
Bist du mutlos und traurig steht er dir bei,
ganz still und leise, denn Engel sind frei!
Hab’ keine Angst und hab Vertrauen,
auf Engel kannst du immer bauen.
Er wird immer bei dir sein und du bist niemals mehr allein.
Und wenn du ihn siehst, in deinen Träumen bei Nacht
denk immer daran: Er gibt auf dich Acht!” 

Paulchen, das ist dein ganz eigener kleiner Schutzengel von deiner Tante, deinem Onkel und deinem kleinen Cousin. Den nehmen wir ab jetzt immer mit, damit er auch wirklich gut auf dich aufpassen kann! Für morgen können wir alle Schutzengel und guten Gedanken gebrauchen, die wir bekommen können.

Heute war aber ein eher bescheidener Tag. Der Vorsorgetermin bei der Frauenärztin fand nicht wirklich statt, da sie krank ist und die Vertretung die Befunde anschauen sollte. Leider war diese mit der Situation völlig überfordert und fragte mich dann, was sie denn jetzt machen solle…. Als ob ich ihr das sagen könnte- eigentlich hätte ich mir in unserer momentanen Situation wirklich ein bisschen mehr Hilfe erwartet. Den Termin hätten wir uns auch schenken können… Fast hätte ich deswegen noch den Geburtsvorbereitungskurs verpasst- aber der hasenmann hat uns ganz fix mit dem Auto gebracht und so hat es doch noch geklappt und so haben wir schön brav “in den Bauch geatmet”- dabei konnten wir beide uns richtig gut entspannen 🙂
Jetzt hoffen wir für morgen einfach das Beste- so langsam können wir nicht mehr warten, diese Ungewissheit ist wirklich das Schlimmste …..

die hasenfrau

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what a difference a day makes… 11.01.2012

Der Tag, an dem wir erfuhren, dass wir wahrscheinlich so einfach keine eigenen Kinder bekommen können… der Tag, an dem ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt…. schließlich der Tag, an dem wir Paulchens Diagnose bekamen… das sind Tage, die das ganze Leben erstmal auf den Kopf stellen.

Aber eins nach dem anderen:
Eigentlich verlief unsere Schwangerschaft bisher ziemlich reibungslos. Es ging uns beiden gut, das Bäuchlein wuchs- wenn auch nicht so viel wie bei anderen werdenden Muttis- und wir freuten uns auf unseren kleinen Mann. In der 28. Woche gab es die erste Aufregung- Paul bewegte sich weniger als zuvor. Das sprachen wir dann auch bei der Frauenärztin an, woraufhin sie uns direkt zur Kontrolle beim Feindiagnostiker schickte. Eigentlich hatten wir uns zu Beginn der Schwangerschaft gegen eine Feindiagnostik entschieden- denn für uns hätte ein auffälliges Ergebnis keine Konsequenz- eine Abtreibung käme nicht in Frage. Da sich hinter Paulchens plötzlicher Faulheit in meinem Bauch aber auch ein Herzfehler verstecken konnte, den man durch rechtzeitiges Wissen und Entbindung in einer Spezialklinik wahrscheinlich behandeln konnte, nahmen wir den Termin wahr. Das Ergebnis war erleichternd- alles in Ordnung, der Kleine war nur etwas leicht aber ansonsten gesund. Auch die Kontrolle zwei Wochen später ergab keine auffälligen Befunde. Beim letzten Ultraschallscreening bei unserer Frauenärztin fiel dann auf, dass unser Baby so leicht und klein war, dass der Geburtstermin sechs Tage nach hinten korrigiert wurde. Von diesem Termin an nahm ich auch nicht mehr zu, mein Bauchumfang wuchs nicht mehr und ich hatte mehr und mehr ein ungutes Gefühl. Als sich dann auch noch eine schwere Anämie bestätigte, die durch Eiseninfusionen behandelt werden musste, bestand ich auf einen weiteren Kontrolltermin beim Feindiagnostiker.
Der besagte 11. Januar also. Wir warteten zwei Stunden im Wartezimmer und eigentlich hatten wir beide nicht mit einem schlechten Ergebnis gerechnet- immerhin war bei den letzten Terminen ja auch alles in Ordnung. Vielleicht wäre Paul so viel zu klein und leicht, dass man ihn früher holen musste, aber das war zu dem Zeitpunkt auch unsere größte Sorge. Leider bestätigte sich unser Gefühl nicht- es wurde schnell klar, dass etwas nicht stimmte. Die Harnleiter und Nierenbecken, die normalerweise kaum zu erkennen sind, waren klar und deutlich zu sehen. Ich wusste gleich, dass das nichts Gutes bedeutet… Am Ende der Untersuchung erklärte uns der Arzt den Befund: Paul war zwar normal “groß”, aber ziemlich leicht (45cm, 1890g), außerdem gab es an der Mündung der beiden Harnleiter in die Blase kleine Klappen, die den Urin am Abfluss hinderten. Das führte zu einem Rückstau in die Nieren, die auf Dauer diesem Druck nicht standhalten können. Er machte für uns sofort einen Termin beim Fetal Board an der Uniklinik aus- das ist eine interdisziplinäre Sprechstunde mit Gynäkologen, Kinderärzten und Kinderchirgen, die dann gemeinsam mit den Eltern das weitere Vorgehen besprechen. Dieser Termin ist am 18.01.2012- dort wird dann entschieden, ob der kleine Mann noch ein bisschen in meinem Bauch bleiben darf oder ob sie ihn früher holen müssen, um eine Schädigung seiner beiden Nieren zu verhindern.

In einem Moment denkt man noch, man bekommt ein gesundes Kind und im nächsten Moment ist alles anders. Da muss man sich damit auseinandersetzen, dass man sein Kind nicht drei Tage nach der Entbindung mit nach Hause nehmen darf, dass man sein Kind vielleicht nicht stillen kann und dass man ganz viel Zeit mit seinem Kind nicht so verbringen darf, wie Eltern gesunder Kinder.

Mittlerweile können wir das akzeptieren und hoffen einfach das Beste für unseren kleinen Paul. Jetzt heißt es zittern bis Mittwoch, bis wir endlich gesagt bekommen, was in der nächsten zeit auf uns zukommt. Morgen gehts erstmal zum normalen Vorsorgetermin bei der Frauenärztin, hoffentlich haben die Eiseninfusionen geholfen und alles weitere ist auch in Ordnung.

Jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in unsere momentane Situation, wir werden hier Paulchens Weg beschreiben, mit ihm hoffen und uns mit ihm freuen- wenn ihr also interessiert seid, wie unser kleiner Mann sich schlägt, kommt gerne wieder!

die hasenfrau

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