Posts Tagged With: Schwangerschaft

Nicht die feine englische…..

Hallo ihr Lieben!

Es war sicher nicht die feine englische Art von mir, mich so lange nicht zu melden- aber hier war einiges los: wir haben seit vier Wochen ein Hasenbaby 🙂

Die Schwangerschaft war leider nicht so schön- mehrere Krankenhausaufenthalte und wieder einmal die bange Frage, ob mit dem Zwerg alles in Ordnung ist. Also engmaschige Kontrolle beim PrĂ€nataldiagnostiker. Der Kleine wollte wieder nicht so recht zunehmen und wachsen und bei jedem US war die Blase prall gefĂŒllt- allerdings waren glĂŒcklicherweise keine gestauten Harnleiter zu sehen. In der 30. SSW- am 20.12. passend zu Weihnachten- bekamen wir dann Entwarnung: wahrscheinlich keine Klappe. Die Nierenbecken sind nur minimal erweitert, die Blase leert sich, Fruchtwassermenge ist normal und die Harnleiter sind nicht gestaut. Das war das schönste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten! Ich hatte mich schon seelisch und moralisch darauf eingestellt, den ganzen Kram beim Hasenbaby zu wiederholen- dabei hatte ich mir beim zweiten Kind doch nur gewĂŒnscht, es nach der Geburt im Arm halten zu dĂŒrfen…. Und dieser Wunsch sollte dann nach wochenlangem Bangen doch in ErfĂŒllung gehen 🙂 

Der PrĂ€nataldiagnostiker meinte zwar, eine Klappe gesehen zu haben, aber selbst wenn er recht hatte- sie war nicht so groß oder verschloss die Harnröhre nur unvollstĂ€ndig, sodass eine sofortige OP nicht nötig wĂ€re. WĂ€hrend meiner Schwangerschaft absolvierte ich mein Praktisches Jahr in der Klinik- Onkologie, Kardiologie, Palliativmedizin und die letzten 4 Monate auf der Neo-Imtensiv, auf der auch unser Hasenkind lag. Das war ganz schön schrĂ€g- so viele Erinnerungen und plötzlich steht man auf der anderen Seite des Inkubators…. Die Zeit, in der wir bangen mussten, ob wir mit dem Hasenbaby nochmal kommen wĂŒrden war sehr schwer- aber ich lernte auch tolle Menschen kennen- eine davon eine ausgebildete Kindernephrologin, die sich sofort bereit erklĂ€rte, das Hasenbaby nach der Geburt zu untersuchen um auf Nummer sicher zu gehen.

Dem Hasenkind geht es mittlerweile sehr gut 🙂 Er ist schon 2 Jahre alt und liebt seinen kleinen Hasenbruder heiß und innig. Vor einem halben Jahr waren wir mit ihm zum letzten Mal bei dem Arzt, der ihn seit seiner Geburt betreut- die Harnleiter waren weiterhin erweitert, allerdings rĂŒcklĂ€ufig und die Nierenbecken auf der einen Seite ĂŒberhaupt nicht und auf der anderen Seite nur minimal erweitert. Diese Untersuchungsergebnisse veranlassten den Arzt dazu, uns fĂŒr immer und ewig zu entlassen- also nie wieder Kontrollen oder Ă€hnliches. Im ersten Moment war ich begeistert, kurz danach aber verwirrt- als ich das der Kindernephrologin erzĂ€hlte, konnte sie es kaum glauben. Denn leider haben Klappenkinder auch nach erfolgreicher OP ihr Leben lang ein erhöhtes Risiko einer NierenschĂ€digung- auch Jahre nach dem eigentlichen Ereignis. Jedenfalls sind wir jetzt bei dieser Nephrologin in Betreuung und mĂŒssen weiterhin einmal im Jahr zur Sonografie, Nierenwerte im Blut kontrollieren und Urin abgeben. In einem halben Jahr bekommt das Hasenkind auch eine MCU- Miktionszysturetherogaphie, eine Untersuchung, bei der mittels Durchleuchtung festgestellt wird, ob ein RĂŒckfluss von der Blase in die Harnleiter und somit vielleicht in das Nierenbecken vorliegt. Eigentlich hĂ€tte er diese Untersuchung schon nach seiner Geburt haben sollen, um einen Vergleichswert zu haben- aber der damals behandelnde Arzt hielt es fĂŒr unnötig. Mit 2 Jahren ist diese Untersuchung allerdings so unangenehm, dass sie in Narkose durchgefĂŒhrt wird- vielen Dank auch, dieses Risiko hĂ€tten wir uns sparen können….. Naja, jedenfalls fĂŒhlen wir uns jetzt gut aufgehoben- und allen Betroffenen Eltern kann ich nur raten: lasst euch nicht abwimmeln, auch wenn die Nachricht “ihr Kind ist jetzt gesund, wir mĂŒssen nichts mehr kontrollieren” im ersten Moment eine enorme Erleichterung ist, ist sie nur die halbe Wahrheit. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass wir weiterhin in Betreuung sind, um eventuelle SpĂ€tschĂ€den schnell und rechtzeitig zu erkennen.

So, ihr Lieben, jetzt muss ich das Hasenbaby fĂŒttern- um die lieben Kommentare kĂŒmmere ich mich im Laufe des Tages- habt einen schönen Nachmittag,

die hasenfrau  

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Noch zehn Tage

Endlich haben wir einen definitiven Termin, bzw. eine klare Aussage.
Nach dem Termin bei der FrauenĂ€rztin heute morgen schickte sie uns in die Klinik um ein GesprĂ€ch zwecks Einleitung der Geburt zu fĂŒhren.Nach CTG und GesprĂ€ch mit dem diensthabenden GynĂ€kologen wissen wir jetzt, dass Pauls Geburt am 13.02. eingeleitet wird. Bis dahin soll ich alle drei Tage zur CTG- und Dopplerkontrolle- wenn sich an seinen Werten bei diesen Kontrollen nichts verschlechtert, dann bleibt es beim 13.02., und falls es doch noch vorher Probleme geben sollte, bin ich ja jetzt in engmaschiger Kontrolle. Die Fruchtwassermenge war heute auch grenzwertig, weniger sollte es nicht werden- aber Paulchen ist weiterhin auf 2400g geschĂ€tzt- ein Riese wird es also nicht werden, aber immerhin nicht mehr ganz so klein und leicht wie in den letzten Wochen 🙂

Ach, wir sind wirklich froh, dass wir eine klare Ansage haben und wissen, worauf wir uns einstellen können- jetzt haben wir also noch zehn babyfreie Tage, in denen wir noch die letzten wichtigen Dinge erledigen können- beispielsweise unser Auto aus der Werkstatt abholen, die Basis fĂŒr die Babyschale im Auto kaufen und die Institute informieren, zu deren Klausuren ich nicht mehr kommen kann. GlĂŒcklicherweise sind das nur zwei, die restlichen Scheine schaffe ich hoffentlich noch vor der Geburt 🙂

Endlich mal eine befriedigende Auskunft und noch dazu der erste Schnee in diesem Jahr- was will man mehr?

die hasenfrau

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und tĂ€glich grĂŒĂŸt das Murmeltier

Morgen ist mal wieder einer der inzwischen zahlreich gewordenen “großen Tage”.
Die Hoffnung, an solchen Tagen wirkliche Entscheidungen mitgeteilt zu bekommen, schwindet immer weiter und eigentlich stellen wir uns vor jedem neuen Termin auf eine weitere EnttĂ€uschung ein- wahrscheinlich wird man uns wieder sagen, was alles nicht in Ordnung ist, aber handeln wird man nicht. Also werden wir sicher auf den nĂ€chsten Kontrolltermin vertröstet. Welche Belastung das fĂŒr uns darstellt scheint erstmal nicht zu zĂ€hlen. Ich bin momentan einfach nur gefrustet und fĂŒhle mich unverstanden. der hasenmann versucht schon alles, um mir die Situation ertrĂ€glicher zu machen und macht mir sĂŒĂŸe kleine Geschenke- aber auch seine Nerven haben schon ziemlich gelitten in den letzten Wochen. Zwischendurch keimt doch auch immer wieder ein bisschen Hoffnung auf- dass vielleicht meine GynĂ€kologin oder die Ärzte in der Klinik endlich unserer Meinung sind und den kleinen Mann nĂ€chste Woche holen- wie es der PrĂ€nataldiagnostiker empfohlen hat. Leider wurde diese Hoffnung von meiner Hebamme gleich wieder zerstört- die Klinik sei gerade ziemlich voll und eigentlich werden nur noch absolute NotfĂ€lle aufgenommen. Ich bin gerade sehr verwirrt und kann mich auch einfach auf nichts anderes mehr konzentrieren als auf unseren Paul. Die Uni leidet darunter- eigentlich sollte ich am Freitag eine Klausur schreiben, aber ich weiß noch nicht, ob ich mich bis dahin ĂŒberhaupt aufraffen kann, etwas zu lernen…. man will eigentlich nur die Tage ĂŒberstehen, bis man endlich Gewissheit hat. Gewissheit, was als nĂ€chstes passieren soll, Gewissheit, was mit Pauls Nieren ist, Gewissheit, wie man ihm helfen kann.
Wir sind erschöpft.

die hasenfrau

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Und wenn man schon kein GlĂŒck hat….

…. kommt manchmal auch noch Pech dazu.

Wir waren gestern Abend beim Feindiagnostiker, eigentlich ja nur zur Kontrolle. Eigentlich hatten wir ja auch ein gutes GefĂŒhl, weil der Kleine merklich gewachsen ist und es uns auch ansonsten gut ging. Also gings wieder auf die altbekannte Liege, dieses Mal ohne lange Wartezeit. Der Nierenbefund hat sich auf beiden Seiten verschlechtert, auf einer deutlicher als auf der anderen- aber leider sind sowohl die Nierenbecken als auch die Harnleiter mehr gestaut als beim letzten Mal. Die Harnblase ist gefĂŒllt, was bedeutet, dass Paulchens Nieren noch arbeiten- das ist schonmal ein gutes Zeichen. Fruchtwasser ist auch noch genĂŒgend vorhanden was bedeutet, dass er zumindest ein bisschen pullern kann, denn ansonsten wĂŒrde er das ganze Fruchtwasser einfach nur trinken und nicht mehr auspullern können und dann wĂ€re irgendwann keins mehr da und der kleine Mann wĂŒrde auf dem Trockenen liegen. Gewachsen ist er wirklich, geschĂ€tzt momentan auf knapp ĂŒber 2500g und der Bauchumfang liegt jetzt endlich im Normalbereich- ein sĂŒĂŸes 3D-Bild von seinem Gesichtchen haben wir auch bekommen. Soviel von Paule- keine besonders guten Nachrichten, aber auch nicht besorgniserregend schlecht.
Dummerweise gehören zu so einer Schwangerschaft ja immernoch zwei. Bei der weiteren Untersuchung stellte sich heraus, dass sich das Venennetz um meine GebĂ€rmutter ziemlich stark ausgebildet und Ă€hnlich wie bei Krampfadern erweitert hat- das ist wichtig, falls es doch noch zu einem Kaiserschnitt kommen sollte, denn dann ist besondere Vorsicht geboten, um diese GefĂ€ĂŸe nicht zu verletzen und keinen zu großen Blutverlust zu riskieren. Ob deswegen ein Kaiserschnitt nur in Vollnarkose möglich ist, konnte uns der Feindiagnostiker leider nicht sagen. Zu allem Übel ist auch die Durchblutung meine GebĂ€rmutter nicht mehr ausreichend- zwar noch nicht besorgniserregend, aber doch soweit eingeschrĂ€nkt, dass der Feindiagnostiker eine Entbindung kurz nach der vollendeten 37. Woche empfiehlt. das wĂ€re also morgen in einer Woche. Wir sollen jetzt erstmal in unsere “Flitterwochen” fahren, am Freitag haben wir dann einen weiteren Termin bei meiner FrauenĂ€rztin. Dort wird dann auch das weitere Vorgehen geklĂ€rt. Ich persönlich wĂ€re sehr dafĂŒr, den Kleinen in der nĂ€chsten Woche zu holen, denn dann ist die 37. Woche vollendet, er ist mit 2500g nicht mehr besorgniserrregend leicht und ich kann einfach nicht mehr von Arzttermin zu Arzttermin bangen, nur um jedes Mal eine weitere Diagnose zubekommen- jetzt sind schon eine Handvoll Sachen nicht in Ordnung und ich soll trotzdem einfach abwarten? Das halte ich wirklich nicht mehr aus. Aber vielleicht folgt das Krankenhaus ja auch der Empfehlung des Feindiagnostikers und versteht meine Sorgen und Ängste und leitet die Geburt ein.

Jetzt packen wir mal unseren kleinen Koffer und hoffen auf drei erholsame Tage ohne grĂ¶ĂŸere Probleme- und dann werden wir weiter sehen.

die hasenfrau

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Der große Tag

Heute ist also der große Tag: gleich haben wir den Termin beim Chefarzt der Kinderchirurgie. Vorhin waren wir schon bei der FrauenĂ€rztin, dort war soweit alles in Ordnung. Ich hab mir dann auch mal den Befund von der Fetalkonferenz zeigen lassen- daraus kann man auch nicht mehr lesen, als dass sie den kleinen Mann wegen der Nierenproblematik nicht frĂŒher holen wollen. Aber kein Wort ĂŒber mögliche Therapie oder Differentialdiagnosen…. Naja, hoffentlich kann der Kinderchirurg nachher ein bisschen mehr Licht ins Dunkel bringen- wobei wir unsere Hoffnungen diesbezĂŒglich schon ziemlich zurĂŒck geschraubt haben. Ein paar Fragen haben wir uns auch ĂŒberlegt und wenn wir die loswerden können und vielleicht auch noch Antworten darauf bekommen, hat sich der Termin ja schon gelohnt. Ich meld mich nochmal, wenn wir wieder zu Hause sind und hoffentlich ein bisschen mehr wissen.

P.S.: Laut Fetalkonferenz ist Paule jetzt auf 2024g geschÀtzt- juhu, wir haben die 2000er Marke geknackt!!!!!

die hasenfrau

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we are family

So kleiner Paul, jetzt kannst du kommen 🙂
Am Freitag war also unser großer Tag und es war wunderschön. Der kleine Mann hat auch seinen Senf dazu gegeben und krĂ€ftig Beifall gestrampelt nachdem wir die Ringe getauscht hatten. Trotz der Sorgen um ihn hatten wir einen tollen Tag mit unserer Familie und unseren Freunden und ganz vielen kleinen Überraschungen. Jetzt sind wir also unsere eigene kleine Familie und ich kann endlich das Stammbuch der Familie in meine Kliniktasche packen 🙂

Ein kleines Update zu Paule:
Wir treffen uns am Dienstag Nachmittag mit dem Chefarzt der Kinderchirurgie. Am Tag der Fetalkonferenz war er auf GeschĂ€ftsreise und wieder in der Klinik angekommen, konnte er ĂŒberhaupt nicht verstehen, warum kein Kinderchirurg  dort anwesend war und warum man uns so zwischen TĂŒr und Angel abgespeist hatte. Jedenfalls konnte er sich noch sehr gut an mich erinnern und hat versprochen, sich nochmals mit den GynĂ€kologen und Neonatologen zu unterhalten und bot uns dann einen Termin zu einem persönlichen GesprĂ€ch mit ihm an. Er sei dann auch fĂŒr alles Weitere unser Ansprechpartner. Da fiel uns schon ein riesiger Stein vom Herzen, wenigstens wissen wir dann, an wen wir uns bei Fragen und Problemen wenden können und vielleicht erfahren wir dann ja auch endlich, was nach der Geburt so auf uns zukommt.
Vormittags hab ich noch nen normalen Vorsorgetermin bei meiner GynĂ€kologin, sie hat schon einen abschließenden Befund von der Klinik geschickt bekommen- da werd ich dann mal einen Blick drauf werfen. Hoffen wir also auf ein bisschen mehr Klarheit ab Dienstag.

P.S.: Werft mal nen Blick auf die Blogroll, wir begrĂŒĂŸen neonatalie ganz herzlich als ersten Link!

die hasenfrau

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Fetalkonferenz

Gestern waren wir also in der Klinik zu besagter Fetalkonferenz. Man stelle sich folgendes Szenario vor:

Man kommt in einen dunklen Raum, dort stehen zwei StĂŒhle und fĂŒnf OberĂ€rzte und Professoren. Die stellen sich kurz vor, dann setzt man sich auf die StĂŒhle und der Kreis der weißen Herren und Damen bleibt stehen, schnappt sich ein Klemmbrett mit dem Befund und steckt flĂŒsternd die Köpfe darĂŒber zusammen. Dann wird man nochmals zum Ultraschall gebeten, damit man sich ein aktuelles Bild von der Situation machen kann- bis dahin denkt man als Eltern ja noch, dass spĂ€ter noch einer der Ärzte die Befunde erklĂ€rt. Also wird wieder geschallt. Der Bildschirm ist so weggedreht, dass weder Mama noch Papa irgendetwas sehen können, die Ärzte flĂŒstern wieder miteinander und dann endlich der erste, wirklich an uns gerichtete Satz: “Ja, das ist ne Harnstauung in beiden Nierenbecken und Harnleitern. Wir machen da jetzt erstmal nix. Das können Klappen sein, das kann auch ein RĂŒckfluss sein oder auch was ganz anderes- das sieht man dann aber erst nach der Geburt. Sie sollten bei uns im Zentrum entbinden, damit man sich das zeitnah anschauen kann.” Noch kurz den Schallkopf auf den Rest des Kindes gehalten, da er ja auch ein sehr niedriges Gewicht hat, dazu gabs aber weiter keine Information. Wir wurden zur Kontrolle wieder zum PrĂ€nataldiagnostiker geschickt und nach insgesamt zehn Minuten waren wir draußen. Komplett vor den Kopf gestoßen, weil wir jetzt ja auch nicht schlauer sind als zuvor.

Die ganze Situation dort war von Anfang bis zum Ende so schrecklich- ich bete, dass ich spĂ€ter nicht auch so werde und meine Patienten komplett aus den Augen verliere. Mit uns hat niemand wirklich gesprochen, geschweige denn uns erklĂ€rt, was denn bei den möglichen Diagnosen so nach der Geburt auf uns zukommt. Und dann noch dieser kryptische Satz: “Das kann auch was ganz anderes sein, das sieht man aber erst nach der Geburt”. Ich meine, dass will doch keine werdende Mutti in der 35. Woche hören…. Außerdem war kein Kinderchirurg anwesend, obwohl das eigentlich bei solchen Konferenzen normal ist- und unser Sohn hat nunmal ein kinderchirurgisches Problem. Kurzum: wir wurden da durchgeschleust, verabschiedet und alles was blieb ist das dumme GefĂŒhl, dass die Herrschaften in Weiß mehr wissen, als sie uns gesagt haben- ist ja auch kein Wunder, bei den drei SĂ€tzen, die man mit uns gesprochen hat. Leider war auch die AtmosphĂ€re so bedrĂŒckend und einschĂŒchternd, dass man sich nicht getraut hat, zwischendurch irgendeine Frage zu stellen oder genauere ErklĂ€rungen zu verlangen- alles in allem war es eine der schlimmsten Situationen, die ich bisher in einer Klinik erlebt habe und wir hatten den ganzen restlichen Tag ziemlich daran zu knabbern- denn anstatt uns ein bisschen mehr Sicherheit zu geben und Bedenken zu nehmen, sind wir jetzt noch verunsicherter und wissen ĂŒberhaupt nicht, was denn jetzt genau mit unserem Sohnemann los ist.

GlĂŒcklicherweise kenne ich die Kinderchirurgen durch Famulaturen sehr gut und es scheint so, als wĂŒrden sie sich jetzt dem Problem annehmen, ich soll morgen einen Termin zum GesprĂ€ch vereinbaren. Aber trotzdem bleibt dieses GefĂŒhl, einfach nicht gut aufgehoben zu sein- was machen dann erst Eltern, denen der ganze Klinikzirkus fremd ist? Oder hören die einfach nur nicht das Gras wachsen, so wie ich?

die hasenfrau

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Ein kleiner Schutzengel fĂŒr Paul

Das kam heute mit der Post:

“Er ist an deiner Seite, du kannst ihn nicht sehen.
Er hört dir zu und kann dich verstehen.
Bist du mutlos und traurig steht er dir bei,
ganz still und leise, denn Engel sind frei!
Hab’ keine Angst und hab Vertrauen,
auf Engel kannst du immer bauen.
Er wird immer bei dir sein und du bist niemals mehr allein.
Und wenn du ihn siehst, in deinen TrÀumen bei Nacht
denk immer daran: Er gibt auf dich Acht!” 

Paulchen, das ist dein ganz eigener kleiner Schutzengel von deiner Tante, deinem Onkel und deinem kleinen Cousin. Den nehmen wir ab jetzt immer mit, damit er auch wirklich gut auf dich aufpassen kann! FĂŒr morgen können wir alle Schutzengel und guten Gedanken gebrauchen, die wir bekommen können.

Heute war aber ein eher bescheidener Tag. Der Vorsorgetermin bei der FrauenĂ€rztin fand nicht wirklich statt, da sie krank ist und die Vertretung die Befunde anschauen sollte. Leider war diese mit der Situation völlig ĂŒberfordert und fragte mich dann, was sie denn jetzt machen solle…. Als ob ich ihr das sagen könnte- eigentlich hĂ€tte ich mir in unserer momentanen Situation wirklich ein bisschen mehr Hilfe erwartet. Den Termin hĂ€tten wir uns auch schenken können… Fast hĂ€tte ich deswegen noch den Geburtsvorbereitungskurs verpasst- aber der hasenmann hat uns ganz fix mit dem Auto gebracht und so hat es doch noch geklappt und so haben wir schön brav “in den Bauch geatmet”- dabei konnten wir beide uns richtig gut entspannen 🙂
Jetzt hoffen wir fĂŒr morgen einfach das Beste- so langsam können wir nicht mehr warten, diese Ungewissheit ist wirklich das Schlimmste …..

die hasenfrau

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what a difference a day makes… 11.01.2012

Der Tag, an dem wir erfuhren, dass wir wahrscheinlich so einfach keine eigenen Kinder bekommen können… der Tag, an dem ich den positiven Schwangerschaftstest in den HĂ€nden hielt…. schließlich der Tag, an dem wir Paulchens Diagnose bekamen… das sind Tage, die das ganze Leben erstmal auf den Kopf stellen.

Aber eins nach dem anderen:
Eigentlich verlief unsere Schwangerschaft bisher ziemlich reibungslos. Es ging uns beiden gut, das BĂ€uchlein wuchs- wenn auch nicht so viel wie bei anderen werdenden Muttis- und wir freuten uns auf unseren kleinen Mann. In der 28. Woche gab es die erste Aufregung- Paul bewegte sich weniger als zuvor. Das sprachen wir dann auch bei der FrauenĂ€rztin an, woraufhin sie uns direkt zur Kontrolle beim Feindiagnostiker schickte. Eigentlich hatten wir uns zu Beginn der Schwangerschaft gegen eine Feindiagnostik entschieden- denn fĂŒr uns hĂ€tte ein auffĂ€lliges Ergebnis keine Konsequenz- eine Abtreibung kĂ€me nicht in Frage. Da sich hinter Paulchens plötzlicher Faulheit in meinem Bauch aber auch ein Herzfehler verstecken konnte, den man durch rechtzeitiges Wissen und Entbindung in einer Spezialklinik wahrscheinlich behandeln konnte, nahmen wir den Termin wahr. Das Ergebnis war erleichternd- alles in Ordnung, der Kleine war nur etwas leicht aber ansonsten gesund. Auch die Kontrolle zwei Wochen spĂ€ter ergab keine auffĂ€lligen Befunde. Beim letzten Ultraschallscreening bei unserer FrauenĂ€rztin fiel dann auf, dass unser Baby so leicht und klein war, dass der Geburtstermin sechs Tage nach hinten korrigiert wurde. Von diesem Termin an nahm ich auch nicht mehr zu, mein Bauchumfang wuchs nicht mehr und ich hatte mehr und mehr ein ungutes GefĂŒhl. Als sich dann auch noch eine schwere AnĂ€mie bestĂ€tigte, die durch Eiseninfusionen behandelt werden musste, bestand ich auf einen weiteren Kontrolltermin beim Feindiagnostiker.
Der besagte 11. Januar also. Wir warteten zwei Stunden im Wartezimmer und eigentlich hatten wir beide nicht mit einem schlechten Ergebnis gerechnet- immerhin war bei den letzten Terminen ja auch alles in Ordnung. Vielleicht wĂ€re Paul so viel zu klein und leicht, dass man ihn frĂŒher holen musste, aber das war zu dem Zeitpunkt auch unsere grĂ¶ĂŸte Sorge. Leider bestĂ€tigte sich unser GefĂŒhl nicht- es wurde schnell klar, dass etwas nicht stimmte. Die Harnleiter und Nierenbecken, die normalerweise kaum zu erkennen sind, waren klar und deutlich zu sehen. Ich wusste gleich, dass das nichts Gutes bedeutet… Am Ende der Untersuchung erklĂ€rte uns der Arzt den Befund: Paul war zwar normal “groß”, aber ziemlich leicht (45cm, 1890g), außerdem gab es an der MĂŒndung der beiden Harnleiter in die Blase kleine Klappen, die den Urin am Abfluss hinderten. Das fĂŒhrte zu einem RĂŒckstau in die Nieren, die auf Dauer diesem Druck nicht standhalten können. Er machte fĂŒr uns sofort einen Termin beim Fetal Board an der Uniklinik aus- das ist eine interdisziplinĂ€re Sprechstunde mit GynĂ€kologen, KinderĂ€rzten und Kinderchirgen, die dann gemeinsam mit den Eltern das weitere Vorgehen besprechen. Dieser Termin ist am 18.01.2012- dort wird dann entschieden, ob der kleine Mann noch ein bisschen in meinem Bauch bleiben darf oder ob sie ihn frĂŒher holen mĂŒssen, um eine SchĂ€digung seiner beiden Nieren zu verhindern.

In einem Moment denkt man noch, man bekommt ein gesundes Kind und im nÀchsten Moment ist alles anders. Da muss man sich damit auseinandersetzen, dass man sein Kind nicht drei Tage nach der Entbindung mit nach Hause nehmen darf, dass man sein Kind vielleicht nicht stillen kann und dass man ganz viel Zeit mit seinem Kind nicht so verbringen darf, wie Eltern gesunder Kinder.

Mittlerweile können wir das akzeptieren und hoffen einfach das Beste fĂŒr unseren kleinen Paul. Jetzt heißt es zittern bis Mittwoch, bis wir endlich gesagt bekommen, was in der nĂ€chsten zeit auf uns zukommt. Morgen gehts erstmal zum normalen Vorsorgetermin bei der FrauenĂ€rztin, hoffentlich haben die Eiseninfusionen geholfen und alles weitere ist auch in Ordnung.

Jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in unsere momentane Situation, wir werden hier Paulchens Weg beschreiben, mit ihm hoffen und uns mit ihm freuen- wenn ihr also interessiert seid, wie unser kleiner Mann sich schlÀgt, kommt gerne wieder!

die hasenfrau

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